Musik hat viele Wirkungen. Sie ruft Emotionen hervor (Juslin et al., 2010), manipuliert die Wahrnehmung von Situationen (Kuch & Wöllner, 2024) und kann die Symptome der Parkinson-Krankheit lindern (Pereira et al., 2019). Im Gegensatz zu den obigen Themen ist die Wirkung von Musik auf das anatomische Herz wenig belegt – selbst wenn unsere Intuition etwas anderes sagt. In diesem Workshop gehen wir der Frage nach, warum das so ist. Im Zuge dessen lernen wir, wie Studien eigentlich entstehen, was für Möglichkeiten sie haben und wo ihre Grenzen sind.
Was also genau tun wir? Wir formulieren gemeinsam eine Hypothese (bspw. „Schnelle Musik verursacht einen schnellen Herzschlag.“) und entwickeln ein Experimentaldesign, um sie zu überprüfen. Viele Entscheidungen müssen getroffen werden: Wollen wir zwei Gruppen vergleichen, d. h. eine Gruppe hört Musik, eine andere nicht? Machen wir ein Vorher‑/Nachher-Design? Was für Musik sollen wir nutzen? Weitere Inhalte sind die Funktionsweise des menschlichen Herzens, was der Puls ist und wie man ihn messen kann.
Zum Schluss können wir über die Ergebnisse des Experiments (wie auch immer sie aussehen werden) und ihre Interpretation diskutieren. Dabei kann es je nach Wunsch der Klassen‑/Kurslehrkräfte entweder um die mathematisch-naturwissenschaftlichen oder um die geisteswissenschaftlichen Aspekte empirischer Musikforschung gehen.
Am Ende des Workshops haben die Schüler:innen einen Einblick erhalten in die Möglichkeiten und Grenzen quantitativer Forschung und können reflektierter und informierter mit Forschungsergebnissen umgehen.
Geeignet u. a. für die Unterrichtsfächer: Musik, MINT-Fächer